Förderstopp: Beratungsangebote von ZARA vor dem Aus
Das Bundeskanzleramt hat die Förderung für die Beratungsstelle #GegenHassimNetz des Vereins ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit eingestellt.
Aufgrund dessen sieht sich der Verein gezwungen, die Beratungsangebote #GegenHassimNetz und !GegenRassismus massiv einzuschränken. Neue Fälle werden ab sofort nur noch dokumentiert, Beratungsleistungen für neue Meldungen können derzeit nicht mehr angeboten werden. Bestehende Fälle betreut ZARA vorerst weiter.
ZARA erhielt über acht Jahre hinweg Fördermittel des Bundes für den Betrieb der Beratungsstelle #GegenHassimNetz. Ohne eine rasche Anschlussfinanzierung müsste der Verein seinen Betrieb samt aller Beratungsangebote bis Juni gänzlich einstellen.
Mit einer vollständigen Schließung der ZARA-Beratungsstellen würde für Betroffene von Rassismus und Hass im Netz ein zentrales Angebot für rechtliche und psychosoziale Beratung wegfallen. Gleichzeitig ginge die Expertise verloren, die ZARA-Mitarbeiter*innen über acht Jahre hinweg aufgebaut haben.
ZARA war die einzige Beratungsstelle in Österreich, die Betroffenen von Hass im Netz durch das Angebot von psychosozialer Prozessbegleitung spezialisierte Unterstützung in gerichtlichen Verfahren angeboten hat. Der Verein ist derzeit auch die einzige als Trusted Flagger zertifizierte Stelle in Österreich, die im Bereich Cybergewalt gegen Erwachsene – insbesondere auch gegen Frauen – sowie bei illegaler Hassrede priorisierte Löschungen beantragen kann.
ZARA fordert die zuständigen politischen Entscheidungsträger*innen auf, umgehend die notwendigen finanziellen Mittel bereitzustellen, um den Fortbestand der Beratungsangebote sicherzustellen. ZARA betont, dass der Schutz von Betroffenen und der Einsatz gegen Hass im Netz eine langfristige und verlässliche Finanzierung brauche.
Hier geht es zur Stellungnahme von ZARA.
Hier geht es zur Stellungnahme einiger Mitglieder des No Hate Speech Komitees.